Das Kunden-Ignoranz-System
Seit geraumer Zeit und speziell nach Einführung der TAN-Lesegeräte bei Banken muss man feststellen, dass sich diverse Firmen und Institutionen leider nur vordergründig um die Belange ihrer Kunden kümmern. Es scheint richtig hipp zu sein, viel Text auf eine Bildschirmseite zu knallen...
Brille F...
Schaut man sich einmal die Infotexte auf der Website eines bekannten Brillen-Vertreibers an, muss man sich die Frage stellen, ob man sich lieber doch vorher um eine Brille kümmert um dann auf dieser Seite die Infos zu lesen. Kundenfreundlichkeit sieht in meinen Augen völlig anders aus.
Auf der Seite gibt es zwar oben links eine Möglichkeit mittels eines +-Zeichens die Schrift zu vergrößern, dies zeugt in meinen Augen aber leider von einer unprofessionellen Arbeit beim erstellen dieser Seite. Ganz abgesehen davon, ob jemand auf Anhieb diese Möglichkeit wahrnimmt. Die Menüpunkte auf der linken Seite sind alle groß geschrieben, wer bitte soll das auf den ersten Blick erfassen?
Hier wird deutlich, dass sich da jemand mit einem Online-CMS ausgetobt hat, von Usability und Anwenderfreundlichkeit haben diese Leute keinen Schimmer. Je mehr Text man auf eine Bildschirmseite bringt, umso besser - nein - umso Kundenverachtend!
Das TAN Verzweiflungs-Lesegerät
Das man nach Ablauf der alten TAN-Liste von seiner Bank mit einem handlichen Gerät beglückt wird, mit dem man angeblich ganz bequem durch Anhalten an den eigenen Monitor eine TAN erzeugen kann, finde ich lustig. Diese Verfahrensweise, die einem Bankkunden ein in meinen Augen unzureichendes System an die Hand gibt, finde ich ziemlich beschämend, für die Bank.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur mir so geht. Wieviel Zeit habe ich schon damit verbracht, das Gerät an den Bildschirm zu halten, gleichzeitig das Display ablesen zu sollen um dann im richtigen Augenblick die passende Taste zu drücken um die TAN zu erzeugen.
Das funktioniert vielleicht auf einem 17 Zoll Monitor mit einer 1024-Auflösung, aber nicht auf einem 22/24-Zoll Monitor mit höherer Auflösung. Was macht man? Man zoomt im Browser auf 130/140%, passt die Pfeil-Ansicht des Geräte-Feldes an und hofft dann auf das Wunder.
Per SMS geht es wohl einfacher, aber dieses Lesegerät-System ist vermutlich von Technokraten ersonnen worden, die sich nie die Frage gestellt haben, wie es dem Kunden dabei geht.
Die Öffentlich-Rechtlichen
Auch hier kann man eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln. Auf der Seite der Heute-Redaktion z.B. werden im oberen Bereich Kurztexte in weisser Schrift auf einem blauen Verlauf angezeigt, dahinter ein Link in Orange. Oben rechts auf der Seite läuft die Uhrzeit, darunter die "letzte Aktualisierung" - vielen Dank, ich wusste garnicht, dass man mit so einer Minischrift Informationen transportieren kann.
Der Footer (Fuß) der Seite schlägt aber alles. Weiße Schrift auf einem Grau-Weißen Verlauf. Das ist eine Ignoranz gegenüber den Lesern die alles bisher dagewesene schlägt.
Zoom ja, zoom nein...
Diese ganzen Internetseiten sind für hochauflösende Bildschirme nicht konzipiert. Da muss man oft die + -Taste auf dem Ziffernblock bemühen bis man bei 130 oder 140 % endlich einmal etwas lesen kann. Man gewinnt den Eindruck, dass das Internet nur als Alibi-Veranstaltung verstanden wird. Wer es nicht kann, sollte es doch bitte lassen...